Hamburg,
04
August
2026
|
10:01
Europe/Amsterdam

Lufthansa Technik behauptet sich in einem schwierigen Marktumfeld

  • Umsatz wächst um 11 Prozent auf 4,4 Mrd. Euro, Anteil konzernexterner Kunden steigt auf 78 Prozent
  • Adjusted EBIT erreicht 315 Mio. Euro, Marge liegt bei 7,1 Prozent
  • Fortführung der Investitionen in weltweite Wachstumsstrategie trotz höherer Volatilität

Lufthansa Technik hat sich im ersten Halbjahr 2026 in einem weiterhin starken, zugleich aber zunehmend volatilen Marktumfeld behauptet. Die weltweit hohe Nachfrage nach Wartungs-, Reparatur- und Überholungsdienstleistungen (MRO) sowie die breite Aufstellung des Unternehmens trugen zu einem positiven Geschäftsverlauf bei. Gleichzeitig setzte Lufthansa Technik ihren Investitionskurs fort und stärkte mit neuen Kundenverträgen und Standorterweiterungen ihre Position als weltweit führender Anbieter flugzeugtechnischer Dienstleistungen.

Mit einem Umsatz von 4,4 Milliarden Euro (+11 Prozent) und einem Adjusted EBIT von 315 Millionen Euro (+2 Prozent) erzielte Lufthansa Technik erneut ein starkes Ergebnis für das erste Halbjahr. Das konzernexterne Geschäft nahm um 21 Prozent zu und erreichte einen Anteil von 78 Prozent am Gesamtumsatz (Vorjahreszeitraum: 72 Prozent). Die operative Geschäftsentwicklung war jedoch von anhaltendem Kostendruck und einem volatilen Marktumfeld geprägt. Die Marge sank daher auf 7,1 Prozent (-0,7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum).

Belastend wirkten im zweiten Quartal insbesondere externe Faktoren. Neben den Auswirkungen der Krise im Nahen Osten mit einer geringeren Nachfrage nach einzelnen MRO-Leistungen infolge reduzierter Flugstunden und verschobener Aufträge beeinflussten auch die Abschwächung des US-Dollars gegenüber dem Vorjahr sowie anhaltende Materialengpässe und Lieferverzögerungen bei Herstellern und Zulieferern von Flugzeugen, Triebwerken und Komponenten die operative Entwicklung. Trotz dieser Belastungen konnte aufgrund neuer Kundenverträge, eines konsequenten Kostenmanagements und eines Einmaleffekts aus einer Versicherungskompensation ein Ergebnis leicht über Vorjahr erzielt werden.

„Die Nachfrage nach unseren Leistungen bleibt insgesamt hoch. Aber wir erleben eine höhere Volatilität bei den Produktionseinlastungen und eine geringere Vorhersagbarkeit als noch vor einigen Jahren. Umso wichtiger ist unsere weiterhin sehr enge Partnerschaft mit unseren Kunden. Mit dieser Kundennähe und der Fähigkeit, uns schnell an neue Gegebenheiten anzupassen, bleiben wir als Lufthansa Technik widerstandsfähig und erfolgreich, auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld“, sagte Dr. Christian Leifeld, Finanzvorstand von Lufthansa Technik.

Investitionen schaffen die Grundlage für profitables Wachstum

Lufthansa Technik verfolgt weiterhin konsequent eine langfristige Investitionsstrategie. Ein wichtiger Meilenstein war dabei der Baubeginn für den neuen Produktionsstandort in Portugal, wo das Unternehmen mit einer Investition in dreistelliger Millionenhöhe die Kapazitäten für die Reparatur von Triebwerksteilen und Flugzeugkomponenten deutlich ausbauen wird. Der künftige Standort in Santa Maria da Feira nahe Porto soll dabei bis zu 700 hochqualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

Auch in Asien wird der Wachstumskurs fortgesetzt und die Position in einer der dynamischsten Luftfahrtregionen signifikant gestärkt. Mit dem neuen Standort in Clark auf den Philippinen schafft Lufthansa Technik rund 1.200 neue Arbeitsplätze und zusätzliche Kapazitäten für die Überholung von Großraumflugzeugen.

Darüber hinaus entwickelte Lufthansa Technik ihr Geschäft im Bereich Defense weiter. Mit der Betreuung der Boeing P-8A Poseidon erreichte Lufthansa Technik Defense im April einen wichtigen Meilenstein und erweiterte das Portfolio um die technische Betreuung maritimer Aufklärungsflugzeuge. Die regelmäßige Betreuung des größten fliegenden Waffensystems der Bundeswehr festigt die Position des Unternehmens im wachsenden militärischen MRO-Geschäft.

„Unsere Investitionen folgen einem klaren Ziel: Wir wollen profitabel wachsen und dort zusätzliche Kapazitäten schaffen, wo unsere Kunden sie künftig benötigen. Dabei treiben wir unsere technologische Leistungsfähigkeit kontinuierlich voran, ob in Europa, Asien, Amerika oder im wachsenden Defense-Geschäft“, erläuterte Christian Leifeld.

Auf Kundenseite wurde die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern weiter ausgebaut. Dazu zählt insbesondere der Vertrag über die Überholung von Hilfsgasturbinen (APUs) der Airbus-A350-Flotte von Air India, mit dem Lufthansa Technik ihre Präsenz in einem der weltweit dynamischsten Luftverkehrsmärkte weiter festigt.

Stabile Aussichten für das Gesamtjahr

Für das Gesamtjahr erwartet Lufthansa Technik trotz des anspruchsvolleren Marktumfeldes weiterhin eine Ergebnisentwicklung deutlich über Vorjahresniveau. Eine nachhaltig hohe Nachfrage, langfristige Kundenverträge, die Erweiterung des weltweiten Produktionsnetzwerks sowie ein konsequentes Kostenmanagement bilden dafür die Grundlage.

Die Investitionen in Infrastruktur und Kapazitäten gehen Hand in Hand mit Investitionen in Menschen. Lufthansa Technik beschäftigte zum Ende des ersten Halbjahres 2026 weltweit 22.983 Mitarbeitende.

„Gerade in einem Umfeld, das gleichzeitig von hoher Nachfrage, steigenden Kosten und zunehmender Dynamik geprägt ist, dürfen wir nicht nur auf das Heute schauen. Die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, bestimmen unsere Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Deshalb investieren wir konsequent in Infrastruktur, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Talente. Diese Investitionen schaffen die Grundlage für langfristigen Erfolg und stärken die Resilienz von Lufthansa Technik“, unterstrich Christian Leifeld.

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Über Lufthansa Technik:
Der Lufthansa Technik Konzern ist einer der weltweit führenden Anbieter flugzeugtechnischer Dienstleistungen. Rund 23.000 Beschäftigte sind für den international zertifizierten Instandhaltungs-, Herstellungs- und Entwicklungsbetrieb an dutzenden Standorten rund um den Globus tätig. Das Angebot von Lufthansa Technik umfasst das gesamte Service-Spektrum für Verkehrs-, VIP- und Special-Mission-Flugzeuge. Dazu gehören die Wartung, Reparatur, Überholung und Modifikation sowohl von ganzen Flugzeugen als auch von ihren Triebwerken, Komponenten und Fahrwerken, sowie die Herstellung von innovativen Kabinenprodukten und eine digitale Flottenbetreuung.