Berliner Sicherheitskonferenz,
03
November
2026
|
08:00
Europe/Amsterdam

Siemens und Lufthansa Technik Defense entwickeln Patiententransportzug

  • Siemens und Lufthansa Technik Defense planen gemeinsam einen Patiententransportzug für militärische Evakuierungen und den zivilen Katastrophenschutz
  • Zug soll bei militärischen Evakuierungen und zivilen Notlagen mehr als 150 Patientinnen und Patienten versorgen – auch intensivmedizinisch
  • Bewährte Bahntechnologie kombiniert mit Medizintechnik aus der Luftfahrt für die Bundeswehr und ihre NATO-Verbündeten
  • Wagen lassen sich für den zivilen Personenverkehr umrüsten

Siemens Mobility und Lufthansa Technik Defense planen gemeinsam einen Patiententransportzug für militärische Evakuierungen und den zivilen Katastrophenschutz. Dazu haben beide Unternehmen im Vorfeld der Berliner Sicherheitskonferenz eine Absichtserklärung (MoU) unterzeichnet. Der Zug soll mehr als 150 Verletzte und Erkrankte transportieren und während der Fahrt medizinisch versorgen können – darunter auch Intensivpatienten. Die Partner wollen ihn in Deutschland für die Bundeswehr sowie ihre NATO-Verbündeten entwickeln.

Der Zug besteht aus bewährten Vectouro-Reisezugwagen von Siemens, die mit einer Siemens Vectron X oder X Dual Mode Lokomotive kombiniert werden. Lufthansa Technik Defense rüstet die Wagen mit Systemen für Krankentragen („Litter Racks“) und vollständig ausgestatteten Intensivbetten (Patiententransporteinheiten) aus. Der Zug bietet zudem Platz für bis zu 90 medizinische und unterstützende Einsatzkräfte. Die Partner verbinden dabei ihre jahrzehntelange Erfahrung im Schienenfahrzeugbau und im medizinischen Lufttransport.

„Unsere Vectron X-Lokomotiven und Vectouro-Reisezugwagen stehen für höchste Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und grenzüberschreitende Interoperabilität in Europa. Gemeinsam mit Lufthansa Technik Defense entsteht eine leistungsfähige MedEvac-Lösung, die modernste medizinische Versorgung mit den Vorteilen des Schienenverkehrs verbindet. Auf Basis bewährter Technologien schaffen wir ein zukunftsfähiges Konzept für einen flexiblen, schnellen und zuverlässigen Patiententransport“, sagt Steffen Bobsien, Head of Locomotives and Coaches bei Siemens Mobility.

„Gerade in diesen herausfordernden Zeiten geopolitischer Unsicherheit ist die Fähigkeit zur medizinischen Evakuierung von hoher strategischer Relevanz, und das gilt für den Land- genauso wie für den Lufttransport“, erklärte Michael von Puttkamer, Vice President Special Aircraft Services and Defense bei Lufthansa Technik. „Mit Siemens Mobility haben wir einen starken Partner gefunden, um unsere bewährten aeromedizinischen Lösungen auch auf die Schiene zu bringen und so eine durchgängige Versorgungskette zu schaffen. So wollen wir die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr und ihrer Verbündeten weiter stärken.“

Die Medizintechnik für den Zug hat sich bereits in der Luft bewährt: Die Deutsche Luftwaffe und andere Streitkräfte nutzen die AeroMEDICAL Solutions von Lufthansa Technik seit Jahrzehnten. Unter anderem wird damit der A400M der Bundeswehr zur „fliegenden Intensivstation“. Die gleichen standardisierten Systeme sollen auch im Zug verbaut werden, sodass Patientinnen und Patienten beim Wechsel zwischen den einzelnen Verkehrsträgern nicht umgebettet werden müssen. Die Wagen lassen sich je nach Einsatz und Betreuungsbedarf flexibel aus- und umrüsten – von der medizinischen Grundversorgung bis zur Intensivversorgung (NATO-Kategorien D1 bis D4).

Über Ländergrenzen hinweg evakuieren

Das Zugkonzept basiert auf den bewährten Plattformen: Vectron X-Lokomotiven und Vectouro-Reisezugwagen sind auf grenzüberschreitenden Einsatz ausgelegt. Die Wagen eignen sich zudem dank ihrer druckdichten Bauweise für Hochgeschwindigkeitsstrecken. So soll der Zug Patientinnen und Patienten auf den wichtigsten europäischen Bahnstrecken sicher und schnell transportieren können, ohne dass an den Grenzen ein Fahrzeugwechsel nötig wird. Zusätzliche Flexibilität bietet die Kombination mit einer Vectron X Dual Mode-Lokomotive, die sowohl elektrisch als auch mit Dieselantrieb fahren kann. Damit bleibt der Zug auch auf nicht elektrifizierten Strecken oder bei Ausfall der Oberleitung einsatzfähig.

Flexibel und wirtschaftlich über Jahrzehnte

Ein wesentlicher Vorteil des Konzepts ist die Umrüstbarkeit zwischen zivilem Personenverkehr und Patientenevakuierung. Dies verbessert die Auslastung der Fahrzeuge und erhöht ihre Wirtschaftlichkeit über den gesamten Lebenszyklus. Die Züge sind für mehr als 30 Betriebsjahre ausgelegt und lassen sich während dieser Zeit modernisieren und an neue Anforderungen anpassen.

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Über Siemens Mobility:
Siemens Mobility ist ein eigenständig geführtes Unternehmen der Siemens AG. Siemens Mobility ist seit über 175 Jahren ein führender Anbieter im Bereich intelligenter Transportlösungen und entwickelt sein Portfolio durch Innovationen ständig weiter. Zum Kerngeschäft gehören Schienenfahrzeuge, Bahnautomatisierungs- und Elektrifizierungslösungen, ein umfangreiches Softwareportfolio, schlüsselfertige Bahnsysteme sowie die dazugehörigen Serviceleistungen. Mit digitalen Produkten und Lösungen und durch den Einsatz industrieller KI ermöglicht Siemens Mobility Mobilitätsbetreibern auf der ganzen Welt, ihre Infrastruktur intelligent zu machen, eine nachhaltige Wertsteigerung über den gesamten Lebenszyklus sicherzustellen, den Fahrgastkomfort zu verbessern sowie Verfügbarkeit zu garantieren. Im Geschäftsjahr 2025, das am 30. September 2025 endete, hat Siemens Mobility einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro ausgewiesen und rund 43.400 Menschen weltweit beschäftigt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.siemens.com/mobility.

       

Über Lufthansa Technik Defense:
Seit 2023 unterstreicht die Lufthansa Technik AG mit ihrer Marke Lufthansa Technik Defense ihre strategische Entscheidung, sich stärker im Markt für die Instandhaltung und Modifikation von Militärflugzeugen zu engagieren. Sie umfasst alle Aktivitäten im Verteidigungsgeschäft für die Bundeswehr und ihre NATO-Partner. In diesem Rahmen ist das Unternehmen Teil der Industrie-Teams in verschiedenen aktuellen Modernisierungs- und Beschaffungsprogrammen für die Luft- und Seestreitkräfte, beispielsweise dem Persistent German Airborne Surveillance System (PEGASUS), dem Seefernaufklärer und U-Boot-Jäger P-8A Poseidon und dem Schwerlasthubschrauber CH-47 Chinook. Darüber hinaus hat Lufthansa Technik Defense eine Absichtserklärung mit Lockheed Martin, Rheinmetall und ESG über die technische Unterstützung der künftigen deutschen Flotte von F-35-Kampfflugzeugen unterzeichnet. In enger Kooperation mit Siemens Mobility bringt Lufthansa Technik Defense seine international anerkannte Expertise aus dem luftgestützten Patiententransport zudem in ein schienenbasiertes MedEvac-Konzept ein. Mehr unter: www.lufthansa-technik.com/defense.